Ma – Zwischen Tor und Sonne
Wer kennt es nicht? Ich stehe morgens auf, schaue irgendwann auf mein Handy –
und spüre: Nichts in dieser Welt ist beständig.
Schrill schreit es mir entgegen, und sicherlich kennst auch du das Gefühl der Ermüdung –
ehe ich mich versehe, ist mein mentaler Raum schon wieder
voller Unordnung, Staub und alter Sachen, die sich auftürmen.
In einer lauten Zeit teilen wir mit euch Essays über Ma 間.
Ein Wort, zwei Zeichen – in dem eine ganze Philosophie wohnt.
Erkennt ihr im Kanji 間 das Tor und die Sonne?
Das Innere wird vom Äußeren gehalten – und bleibt doch frei.
Der Rahmen gibt Sicherheit, und gleichzeitig lässt er Luft,
weil er nicht wie eine Mauer alles hochzieht und verschließt.
Gedanken können fließen – und finden ihren Rahmen.
Wie ein Bild vor einem freien Hintergrund.
Wie die Pause zwischen zwei Tönen.
Wie der Moment zwischen Einatmen und Ausatmen.
Durch Ma entsteht eine Begegnung –
mit mir – und mit anderen.
Deswegen ist Ma so bedeutsam.
Ma ist kein Schmuck.
Ma ist die Grundlage für eine wahre Begegnung.
Genau das haben wir gestern in unserer Listening Masterclass erlebt.
Das Ergebnis war: „wow“ – „verändernd“ – „unvergleichbar“ – „einzigartig“.
Es braucht nicht viel, um Ma zu leben.
Es braucht den Mut, auf vieles zu verzichten.
Und sich auf das zu besinnen, was wirklich zählt:
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Präsenz, Dasein, du selbst 🙏
Ein Hauch der Resonanz, die Ma ermöglicht, wurde von zwei begeisterten Menschen eingefangen: der eine auf dem Land, der andere fast im Wasser – der eine hinter der Kamera, der andere als springender Künstler.
Klaus Motoki Tonn fotografiert Michael Nickel am westlichsten Punkt Europas :)