Wofür Menschen 2025 dankbar sind

Dankbarkeit als Resilienz-Hack

Ein zentraler Schutzfaktor für Resilienz ist Dankbarkeit. Sie hilft uns, den Fokus auf das zu lenken, was bereits gut ist, und unser Wohlbefinden zu steigern. Doch ein besonders wertvoller Aspekt der Dankbarkeitspraxis ist es, den eigenen Anteil an diesen Momenten zu erkennen. Genau das ist unser „Resilienz-Hack“:

Warum Dankbarkeit Resilienz stärkt

Dankbarkeit hat in der positiven Psychologie einen festen Platz und ist weit mehr als eine einfache Gefühlsregung. Sie beeinflusst unsere neurobiologischen Prozesse, fördert positive Emotionszyklen und stärkt unser Stresserleben.

Wie der Psychologe Robert Emmons betont:

Menschen, die Dankbarkeit üben, können den Alltagsstress besser bewältigen, zeigen eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber traumabedingtem Stress, erholen sich schneller von Krankheiten und erfreuen sich einer robusteren körperlichen Gesundheit. Viele dieser Wirkungen sind quantifizierbar: Menschen, die Dankbarkeitstagebücher führen, sind 25 Prozent glücklicher, schlafen eine halbe Stunde mehr pro Abend und treiben 33 Prozent mehr Sport pro Woche im Vergleich zu Personen, die keine Tagebücher führen. ...

Das Erleben von Dankbarkeit führt zu einem stärkeren Gefühl der Verbundenheit, zu besseren Beziehungen und sogar zu Altruismus. Wir haben auch festgestellt, dass Menschen, die Dankbarkeit erfahren, sich liebevoller und verzeihender fühlen und Gott näher stehen.
— Robert Emmons, Gratitude Works!

Besonders unter schwierigen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen können Dankbarkeitsmomente eine Stütze sein. Sie helfen uns, den Blick zu weiten und uns nicht allein auf Herausforderungen zu fokussieren.

Der entscheidende Unterschied: Dein eigener Anteil

Es gibt viele wunderschön gestaltete Dankbarkeitsjournale (auch unser digitales und kostenfreies findest du hier: Dankbarkeitsjournal). Doch ein entscheidender Unterschied in unserer Methode ist die Frage:

Was war dein eigener Anteil daran?

Diese Perspektive stärkt die Selbstwirksamkeit, eine essenzielle Säule der Resilienz. Die Forschung zeigt, dass Menschen, die ihre eigene Rolle in positiven Erlebnissen erkennen, sich weniger hilflos fühlen und besser mit Stress umgehen können.

Ein Beispiel für Dankbarkeit uns Selbstwirksamkeit

Angenommen, du empfindest Dankbarkeit für einen sonnigen Tag. Dein eigener Anteil könnte sein, dass du dir bewusst Zeit genommen hast, um den Moment wahrzunehmen, den Himmel zu betrachten, tief durchzuatmen oder einen Spaziergang zu machen.

Indem du das erkennst, wird deine Dankbarkeit nicht nur ein passives Gefühl, sondern ein aktives Instrument, das dein Leben bereichert. Wie Jon Kabat-Zinn sagt:

"Du kannst die Wellen nicht aufhalten, aber du kannst lernen, sie zu surfen."

Dankbarkeit ist genau das: Eine Methode, das Leben bewusst zu gestalten, auch wenn die Umstände nicht immer einfach sind.

IKIGAI-Momente: Die kleinen Dinge wahrnehmen

Genau diese Übung schafft Bewusstsein für die kleinen Dinge im Leben, die wir oft übersehen. Wir nennen sie IKIGAI-Momente (mehr dazu hier: Die IKIGAI-Methode). Diese Momente stärken deine Resilienz, weil sie dir bewusst machen, dass immer schon Gutes da ist, auf das du zurückblicken kannst.

Selbst wenn äußere Umstände schwierig sind, bleibt diese innere Ressource bestehen. Viktor Frankl beschreibt dies mit dem Bild des Stoppelfelds:

"Für gewöhnlich sieht der Mensch nur das Stoppelfeld der Vergänglichkeit; was er übersieht, sind die vollen Scheunen der Vergangenheit. Im Vergangensein ist nämlich nichts unwiederbringlich verloren, vielmehr alles unverlierbar geborgen." (Viktor E. Frankl)

Dankbarkeit ist der Schlüssel, um diese „vollen Scheunen“ zu erkennen und unser Leben trotz Herausforderungen als reich zu erfahren.

Was Menschen 2025 dankbar macht:

Einblicke aus unserem Dankbarkeitsjournal

Wir haben hunderte von Rückmeldungen analysiert und festgestellt, dass Dankbarkeit oft aus bestimmten Bereichen des Lebens entsteht. Hier sind einige der häufigsten Themen:

1. Familie und enge Beziehungen

  • "Ich bin dankbar für meinen Partner, der mich in schwierigen Zeiten unterstützt."

  • "Für die Umarmung meiner Tochter am Morgen."

  • "Dass ich mit meiner Familie gemeinsame Abendessen genieße."

2. Gesundheit und Wohlbefinden

  • "Ich bin dankbar, dass ich mich trotz Herausforderungen wieder gesund fühle."

  • "Für meinen körperlichen Zustand – ich kann spazieren gehen, atmen, lachen."

  • "Dass ich die Kraft habe, meine mentale Gesundheit aktiv zu stärken."

3. Natur und Umwelt

  • "Die Sonnenstrahlen auf meiner Haut nach einem Regentag."

  • "Für den Duft von frischem Gras nach dem Regen."

  • "Dass ich den Wind in meinen Haaren spüre, wenn ich mit dem Fahrrad fahre."

4. Herausforderungen und persönliches Wachstum

  • "Ich bin dankbar für die Krise, die mich gezwungen hat, mich neu zu orientieren."

  • "Für meinen Mut, aus einer toxischen Situation auszusteigen."

  • "Dass ich gelernt habe, Geduld zu haben und Dinge loszulassen."

5. Kleine Freuden des Alltags

  • "Der erste Schluck heißer Kaffee am Morgen."

  • "Musik, die mich tief berührt."

  • "Ein spontanes Gespräch mit einem Fremden, das mich inspiriert hat."

6. Selbstwirksamkeit und innere Stärke

  • "Ich bin mir selbst dankbar, dass ich mich um mich kümmere."

  • "Für meine Entscheidung, neue Dinge auszuprobieren."

  • "Dass ich mich von alten Mustern befreie und mutig meinen Weg gehe."

Dankbarkeit als Anker in herausfordernden Zeiten

Dankbarkeit ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine Praxis, die bewusst gestaltet werden kann. Wenn du dich fragst, was dein eigener Anteil an positiven Momenten ist, stärkst du deine Selbstwirksamkeit und baust langfristige Resilienz auf.

Vielleicht magst du heute damit beginnen? Notiere dir drei Dinge, für die du dankbar bist – und erkenne, was du selbst dazu beigetragen hast. Dein Blick auf die Welt wird sich verändern.

 

Ein Buch über die kleinen Dinge im Leben

In unserem Buch: Ikigai - das Geheimnis der kleinen Dinge findest du noch viel mehr Übungen und Hintergründe für Dankbarkeit und inneres Glück (eudaimonistisch). Dieses Buch verbindet die Weisheit des japanischen Ikigai mit praktischen Methoden, um das eigene Leben bewusster und erfüllter zu gestalten.

 

Weiterführende Literatur

  • Sonja LyubomirskyThe How of Happiness: A New Approach to Getting the Life You Want

  • Robert EmmonsGratitude Works!

  • Joshua Brown & Joel WongHow Gratitude Changes You and Your Brain (Greater Good Science Center)

  • Viktor FranklMan’s Search for Meaning

  • Martin SeligmanFlourish: A Visionary New Understanding of Happiness and Well-Being

  • Barbara L. FredricksonDie Macht der guten Gefühle: Wie eine positive Haltung Ihr Leben dauerhaft verändert

    Die „Broaden-and-Build“-Theorie von Barbara Fredrickson besagt, dass positive Emotionen wie Dankbarkeit unsere kognitive Aufmerksamkeit erweitern und den Aufbau von Ressourcen fördern. Forschungen mit bildgebenden Verfahren (fMRT) haben gezeigt, dass Dankbarkeit mit erhöhter Aktivität in Gehirnregionen verbunden ist, die mit Empathie, Belohnung und sozialer Kognition assoziiert sind.

  • Greater Good Science Center der Universität von Californien, Berkeley, zeigt in vielen Beiträgen und Studien auf:

    Dankbarkeit verringert das Risiko von Depressionen, Angst und Stress. Es gibt wissenschaftliche Belege - z. B. durch MRT-Untersuchungen - dafür, dass Dankbarkeit sich positiv auf das Immunsystem, den Blutdruck und die Schlafqualität auswirken kann. Die Forschung hat gezeigt, dass Dankbarkeit die Qualität sozialer Beziehungen verbessern kann, indem sie Empathie, Hilfsbereitschaft und soziale Bindungen fördert. Wichtige Forschungszentren und Zeitschriften sind das Greater Good Science Center (University of California, Berkeley), das Journal of Positive Psychology und das Journal of Happiness Studies.

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